Burgfreunde zu Julbach e.V.
  

Der Franzosengraben bei Julbach (ein Kreuz)

Bereits in der Rechnung des Gerichts Julbach vom Jahre 1620 wird anlässlich einer Mordtat die Schlucht nördlich von Julbach als „in der Höll“ bezeichnet. Dieser Name ist als Flurname auch in den Grundsteuerkataster eingegangen. Ein Teil dieser Schlucht, ehemals ganz Wald, wird im Volksmund als „Franzosengraben“ bezeichnet. Ein Feldkreuz war, wie uns überliefert ist, ehedem dort gestanden. Hier sollen, wie der Volksmund erzählt, im Jahre 1805 Franzosen gelagert haben, von einheimischen Bauern überfallen worden sein und acht Franzosen ihr Leben gelassen haben. Beim späteren Ausstocken dieses Waldteils kamen Gebeine von Menschen und Pferden sowie Hufeisen zum Vorschein. Sie ließen auf die Tatsache einer Kampfhandlung schließen. 


Dieses Stück Heimatboden könnte aber auch die Stelle sein, an der sich folgende im Band III der Geschichte des Bayrischen Heeres beschriebene Kampfhandlung bei Julbach im österreichischen Erbfolgekrieg 1742 zugetragen hat: „Als der bayrische General Seckendorf am 5. Dezember 1742 der von den Österreichern stark bedrängten bayrischen Festung Braunau zu Hilfe kam und nach Wiederherstellung der Brücke in Marktl gegen Braunau zog, stieß er bei Julbach auf etwa 50 österreichische Husaren: es kam zum Angriff und die Husaren zogen sich nach einem Verlust von mehreren Toten und 17 Gefangenen gegen Simbach zurück.“ Wenn auch die Kreuzsäule heute nicht mehr steht, so lebt doch die Erinnerung an eine kriegerische Begebenheit an dieser Stelle des Heimatbodens weiter. 

Quelle: Simbacher Heimathefte. Beitrag zur Pflege von Heimat und Volkstum von Karl Schaefler Kirchberg am Inn. 1 Jahrgang -1953-


Alte Landkarte aus dem BayernAtlas - gelb markiert: Franzosengraben, blau markiert: Standort.

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