Burgfreunde zu Julbach e. V.
  

Historie 

Ein Ortsadel wird für Julbach bereits 1078 mit einem Raffolt de Jugilbach greifbar. Unter Werinhart de Jugelbache, der 1112 noch unter den herzoglichen Ministerialien (= Dienstmannen), 1150 dann bereits als Nobilis (= Edler) erscheint, vollzog sich der gesellschaftliche Aufstieg der Julbacher.


Burgstall Grundriss aus dem Jahre 1932

Im Jahre 1165 hören wir mit Gebhardus comes de Julbach erstmals von einem Grafengeschlecht von Julbach. 1377 verpfändete Friedrich, Burggraf zu Nürnberg, die Veste, Pflege und Herrschaft Julbach für 8.000 Gulden an die Landshuter Linie der Wittelsbacher, von der sie 1382 durch den Verzicht Graf Heinrichs VI. von Schaunberg an die Landshuter Linie der bayerischen Herzöge kam. Fortan saßen auf der Burg herzögliche Pfleger und Richter.


Als die Julbacher im Wittelsbacher Erbfolgekrieg Herzog Albrecht von München-Bayern unterstützten, ließ Pfalzgraf Rupprecht die Burg 1504 zerstören bzw. niederbrennen. In den Jahrhunderten danach wurden im gesamten Dorf (Friedhofsmauer, Gasthof etc.) Bausteine der Burg verbaut. Im Zusammenhang mit solchen Abbrucharbeiten fanden 1832 und 1887 Grabungen statt, ergänzt durch eine unsachgemäße Forschungsgrabung im Jahre 1932, bei der nach Fundamenten gesucht wurde.

Über das Aussehen der Burg berichtet als Einziger der bekannte Kartograph Philipp Appian, der in den Jahren um 1560 auf dem Hügel oberhalb der Kirche eine im Verfall begriffene Burg fand. Rechts, d.h. im Osten, stand ein Turm mit Zinnen, links ein kapellenähnliches überdachtes Gebäude.

Der Sitz des 1078 erwähnten Raffolt dürfte sich noch unten im Ort befunden haben. Vermutlich zogen die Julbacher erst mit ihrem Aufstieg in den Grafenstand auf die Höhe 80 - 90 m über dem Tal, um ihre Machtstellung auch optisch zu manifestieren. Dort errichteten Sie auf dem höchsten Punkt des Areals einen großen, wohl quadratischen Wohnturm, den eine Ringmauer eng umfriedete. Diese kleine Hauptburg wurde sichelförmig von einer Vorburg umzogen.